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Vertriebenenwallfahrt 2008

63. Vertriebenenwallfahrt nach Vierzehnheiligen am 07. September 2008


Knapp 800 Pilger aus dem gesamten fränkischen Raum, aus den neuen Bundesländern und aus Tschechien, trafen sich am Sonntag, 7. September in Vierzehnheiligen zur 63. Vertriebenenwallfahrt. Die Wallfahrt für die Heimatvertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler wird von der Diözesanseelsorge Bamberg organisiert.



Von Kirchenschweizer Holger Schwind wurden die Fahnenabordnungen der Vertriebenen in die Basilika geleitet. In der Basilika bot sich den zahlreichen Wallfahrern ein imposantes Bild, als die Fahnenabordnungen der Vertriebenenverbände links und rechts des Hochaltars Aufstellung nahmen.

P. Christoph Kreitmeir betonte die Verbundenheit Vierzehnheiligens mit den Vertriebenen und begrüßte besonders Weihbischof Gerhard Pieschl aus Limburg, der den feierlichen Gottesdienst zelebrierte, Mons. Herbert Hautmann aus Stöckach und Pfarrer Karl Brünnler aus dem Erzgebirge, sowie alle anwesenden geistlichen Vertreter und die vielen Gläubigen.

„Die rege Teilnahme an der 63. Vertriebenwallfahrt zeigt doch, dass die alte Heimat nicht vergessen wurde. Man konnte den Menschen durch die Vertreibung die Äußerlichkeiten nehmen, den Glauben an Gott und an die alte Heimat konnte man ihnen jedoch nicht nehmen“, meinte Mons. Herbert Hautmann, „denn jeder Mensch braucht Heimat, wobei nicht nur der Geburtsort gemeint ist, sondern auch der Glaube. Seit 1945 hat sich vieles gewandelt, wir haben hier vieles gefunden, was für uns eine zweite Heimat ist. Seit mehr als sechs Jahrzehnten nach Flucht und Vertreibung pilgern Heimtatvertriebene zu den 14 Nothelfern und bitten um Fürsprache bei ihren leiblichen und seelischen Bedrängnissen. Die Narben der Erinnerung an Heimat, Flucht und Vertreibung sowie Deportation fangen wieder an zu schmerzen. In den letzten sechs Jahrzehnten gab es neue Vertreibungen und ethnische Säuberungen und es scheint, als ob die Menschheit nichts dazu lernt.“

Die anschließende feierliche Eucharistiefeier zelebrierte Weihbischof Gerhard Pieschl aus Limburg, der sich erfreut zeigte, dass er in der wunderschönen Basilika zelebrieren und wieder einmal von einer Kanzel predigen könne.

Der Weihbischof stellte dann auch die Basilika Vierzehnheiligen sowie die Heiligen 14 Nothelfer in den Mittelpunkt seiner Predigt. „Wunderbar und großartig, eine Symphonie in Licht und Farbe stellen die Vertriebenengruppen in der Basilika dar", so der Weihbischof. "Das Schicksal dieser Gruppen ist das Schicksal des gesamten Deutschlands und heute bekommt der „Tag der Heimat“ einen besonderen Sinn. Er selbst kann diesen unseligen 11. Februar 1946 nicht vergessen. An diesem Tag kam das tschechische „Rausschmeißkommando“ und vertrieb meine Familie aus der Heimat. Innerhalb von zwanzig Minuten mussten wir unser Haus verlassen. Dieses Schicksal der Heimatvertriebenen trägt Maria mit uns, gemeinsam mit den 14 Nothelfern, die eigentlich zu wenig sind“, meinte der Weihbischof und zeigte den zahlreichen Gläubigen ein Bild des alttestamentlichen Joseph aus der sog. Wenzelsbibel. „Joseph, der von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft wurde, ist für uns Heimatvertriebene auch ein Nothelfer, der 15. Nothelfer. Die Geschichte zwischen den Völkern Europas ist in den zurückliegenden Jahren sehr wechselhaft verlaufen. Aufeinander zugehen ist der Weg der Wahrheit und der Versöhnung“, so Weihbischof Pieschl.

 

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